toxische Beziehung

Nach dem Begriff „Toxische Beziehung“ sucht man in der Regel, wenn das Gefühl von Vergiftung in einem aufsteigt. Das ist ein guter Anfang, um an der Beziehung zu arbeiten oder sich davon freizuschwimmen.

»Wer sich nicht von seiner Vorstellungskraft aufhalten lässt, kann unbegrenzten Mut wagen und den nächsten Schritt gehen.«

Wolfgang Konietzko

Sie fühlen sich in Ihrer Beziehung vergiftet?

Wenn Sie nach „Toxischer Beziehung“ suchen, dann haben Sie wahrscheinlich das Gefühl, dass in Ihrer Beziehung etwas giftiges steckt und Sie wollen das ergründen. Auch wenn Sie keine häusliche Gewalt erleben, haben Sie vielleicht das Gefühl, unterdrückt und ständig kritisiert zu werden.

Erstmal, es gibt keine eindeutige Definition für diesen Begriff, da es kein wissenschaftlicher Terminus ist, sondern die Beschreibung eines Erlebens. Toxisches Verhalten verursacht Unwohlsein, Stress und emotionales Leiden in vielfältiger Weise.

Es beginnt wunderschön

Toxische Beziehungen starten oft faszinierend schön und man fühlt den Himmel auf Erden. Manche sprechen von Seelenverwandtschaft und haben das Gefühl, am Ziel angekommen zu sein. Andere gehen bereitwillig in die Isolation zu bisherigen Freunden, denn man hat ja den Partner fürs Leben gefunden. 

Doch dann wird die Beziehung toxisch

Wenn in Ihnen immer mehr negative Gedanken und Unruhe aufsteigen, könnte es sein, dass Ihre Beziehung droht, toxisch zu werden oder sie ist es schon. Vielleicht werden Sie immer öfter beleidigt oder ständig kritisiert und Sie haben das Gefühl, nie ausreichend zu sein. In Schulnoten ist „ausreichend“ eine 4, und bedeutet, dass ca. die Hälfte der zu erbringenden Leistung geschafft wurde. Das reicht aus, um weiterzukommen, wenn es auch nicht das Ideal ist. In einer toxischen Beziehung ist Ihr Selbstwertgefühl vergiftet und es entsteht das Gefühl, mangelhaft oder ungenügend zu sein. 

Dabei sind es immer banalere Dinge, die kritisiert werden. Egal ob Sie zu laut atmen oder sich falsch kleiden, irgendwann glauben Sie selber jegliche Kritik. Die Wahrheit wird so lange verdreht, dass Sie Ihr Empfinden dafür verlieren. Das Gefühl, an allem schuld zu sein, lässt den Selbstzweifel überstark werden und verschiebt den Bezug zur Realität. Wenn der Partner fremd geht, sucht man die Schuld bei sich. Wenn es zu Wutexzessen kommt, liegt es vielleicht an der im falschen Winkel aufgeklebten Briefmarke. So seltsam, wie diese Beispiele auch klingen, die Gründe für Kritik werden immer fadenscheiniger und dennoch nimmt man es weiterhin ernst. Sie merken, da stimmt doch etwas nicht. Wenn Sie in einer toxischen Beziehung sind, kann es sein, dass Sie es gerade nicht merken.

Immer mehr verliert man den Bezug zu Freunden und zur Familie, denn die werden vom Partner schlecht gemacht. Man wird von ihnen isoliert, die Wahrheit wird verdreht, sodass man anfängt an sich selbst zu zweifeln. Der andere will bestimmen und die Kontrolle behalten, wenn man Grenzen setzt werden sie nicht akzeptiert. Grenzen werden immer mehr überschritten und nie eingehalten.

Aber jetzt können wir handeln

Wenn Sie das Gefühl haben, hier etwas über Ihre toxische Beziehung zu lesen, dann mag es an der Zeit sein, die Beziehung zu reflektieren. Dabei ist der Haupthinderungsgrund ihre eigene Vorstellungskraft, denn die ist ja vergiftet. Die Vorstellung, die Beziehung zu ändern oder zu verlassen, ist eine neu zu entdeckende Kraftquelle. Es mag mit den eigenen Gedanken anfangen, die Sie in einem weiteren Schritt mit einer anderen Person besprechen. So können Sie in eine neue Lebensetappe starten.

Vielleicht ist ihr Partner nicht giftig, sondern es ist die Art, wie Sie miteinander Beziehung eingeübt haben. Dann ist er offen für ein gemeinsames Gespräch, denn sehr häufig gibt es nicht den toxischen Partner, sondern die Beziehung gestaltet sich toxisch. Dann könnte man sogar gemeinsam daran arbeiten!

Der Frosch und das Wasser!

Wenn man einen Frosch in einen Topf mit heißem Wasser wirft, springt er sofort heraus und rettet sich. Legt man ihn in einen Topf mit kalten Wasser und erhitzt es, merkt er den Temperaturanstieg nicht und er bleibt im Wasser, bis es kocht. Menschen in toxischen Beziehungen geht es oft ähnlich. War am Anfang doch alles gut, ist man immer wieder bereit, die nächste Temperaturerhöhung zu akzeptieren. Hier ist es gut, einmal neutral die Temperatur der Beziehung zu messen und nach Vergiftungen zu schauen. In einer wohl temperierten, gesunden Beziehung kann man sich abgrenzen, auf sich achten und sogar seinen Selbstwert stärken.

Wolfgang Konietzko

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