Waldbaden ist anders!

Beitrag vom 01. September 2022

Wir kraulen uns oft angestrengt durch die Straßen unseres Lebens und suchen schnelle Entspannung. Waldbaden wird propagiert und wir verdrehen die Augen. Reicht zur Entspannung vielleicht schon das Tragen einer Badekappe? Reicht vielleicht ein Baum und wie groß muss der sein?

Waldbaden ist im Trend!

Wenn man vom Waldbaden spricht, erlebt man unmittelbare Reaktionen. Wer in Waldnähe lebt, reagiert mit lachen, wer in der Stadt lebt, verdreht die Augen. Es wird wenig ernst genommen, wird es doch auch ein wenig seltsam propagiert. Aber vielleicht ist es ganz anders und Waldbaden kann uns eine Hilfe sein. Eine kostengünstige sogar noch dazu, denn ich brauche dazu nur eines: einen Wald. Wir brauchen weder ein Seminar, noch einen theoretischen Überbau. Auch im Sportgeschäft werden Sie erstaunte Blicke ernten, wenn Sie das passende Outfit kaufen möchten. Man kann also einfach loslegen und sich einmal eine Stunde im Wald gönnen.

Waldbaden macht nicht krank!

Wer Waldbaden geht, schadet seiner Gesundheit nicht, es sei denn, er stolpert. Im Gegenteil, es scheint sogar gesund zu sein. Es gibt immer mehr Erkenntnisse über den positiven Effekt des Waldbadens. Natürlich ist es nicht die Lösung aller Probleme und im Wald sind auch noch keine amputierten Körperteile nachgewachsen. Aber es hat positive Auswirkung auf unseren Körper. Neben dem einfachen Erleben der Entspannung konnte man messbare Veränderungen beim Blutdruck und dem Blutzuckerspiegel nachweisen. Und das in seiner Auswirkung sogar noch bis zu vier Tagen danach. Die Stresshormone (z.B. Cortisol) reduzieren sich und die Abwehrkräfte (Killerzellen) werden gesteigert. Fazit: Gesund und günstig!

Wie funktioniert Waldbaden?

Einige Krankenkassen fördern mittlerweile entsprechende Seminare. Aber vielleicht gehen wir einfach mal los und gönnen uns eine Stunde im Wald. Dabei geht es nicht darum, möglichst lange im Wald zu sein, sondern voll und ganz da zu sein. Das ist gar nicht so einfach, denn uns schwirren viele Gedanken im Kopf herum. Wir sind in Gedanken oft woanders. Und dann müssen wir natürlich regelmäßig auf unser Handy schauen. Vielleicht kommt eine Nachricht oder ich muss prüfen, wie weit ich schon gegangen bin. Es geht aber nicht um Leistung, die ich hinterher posten kann.

Es geht schlicht und ergreifend darum, im Wald zu sein. Punkt! Wenn Sie diesen Waldspaziergang in der Effektivität steigern möchten, dann gehen Sie doch mal in einer Stunde 100 Meter. So komisch das klingt, aber genau dass ist Waldbaden. Wenn Sie zu zweit gehen, dann seien Sie gut zueinander und holen sich nicht ständig aus dem Erleben heraus, indem Sie alles kommentieren oder besprechen müssen. Man kann manchmal ohne Worte viel mehr sagen und erleben.

Also dann!

Gehen Sie nicht über Los, ziehen Sie nicht 4000 Mark ein (ja, so alt bin ich), denn dann gehen Sie direkt ins Gefängnis. Gehen Sie lieber los! In den Wald! Einfach so!