Vergleichen ist das Ende des Glücks!

Beitrag vom 01. Januar 2023

Der Philosoph Søren Kierkegaard sagte: „Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ Versuchen wir also einen unvergleichlichen Blick auf unser Leben zu bekommen!

Beginnen wir das Jahr mit einem Vergleich!

Was hatte Ihr Nachbar oder Kollege mehr oder besser als Sie, wenn Sie sich vergleichen? Wutschäumend beginnen Sie das Jahr, weil ein Kollege mehr verdient. Aggressiv streiten Sie, weil Sie die Aufmerksamkeit nicht so sehr bekommen haben. Schreiend laufen Sie durch die Gegend, weil jemand anderes mehr Zuwendung bekommen hat. Wohl eher nicht, würden Sie sagen! Eine Studie sagt etwas anderes:

Das Kapuzineräffchen in uns!

In einem Versuch von Sarah Brosnan bekamen zwei dieser niedlichen Affen folgendes beigebracht: Immer wenn sie einen Stein durch eine Schublade aus dem Käfig nach draußen gaben, bekamen sie von dort ein Stück Gurke. Sie waren beide zufrieden und lebten harmonisch bis an ihr Lebensende, -oder genauer gesagt: bis einer der Affen plötzlich kein Stück Gurke, sondern eine Traube bekam. Der bisher sehr zufriedene andere Affe bekam weiterhin die Gurke und war gut versorgt. Er reagierte wutschäumend, aggressiv und lief schreiend durch die Gegend!

Wir vergleichen uns aufwärts!

Dieses Verhalten scheint, so sagt es die Studie, in uns zu wohnen. Dahinter steht die Angst, irgendwann nicht genug zu bekommen, wenn wir uns regelmäßig mit weniger begnügen. Auch wenn das Verhalten irgendwie nachvollziehbar ist, ist es aber auch ein wenig affig, denn interessanterweise regte sich im „Trauben-Affen“ nichts. Er war auch nicht euphorischer als vorher. Ein Vergleicht findet auch in uns in der Regel mit denen statt, die mehr bekommen oder haben. Sehr schnell sprechen wir von Ungerechtigkeit und fühlen uns schlecht. Damit ist nicht die soziale Ungerechtigkeit gemeint, die sicherlich anzuprangern ist, sondern das Gefühl, das uns quält, und das zeigt sich auch, wenn jemand etwas besser kann als wir.

Vergleichsweise unglücklich!

Unser Gehirn scheint also evolutionär gesehen immer vergleichen zu wollen. Eine andere Studie hilft uns, dieses innere Drängen nicht zu unterdrücken, sondern zu kanalisieren. Man hat 30-jährige und 60-jährige Menschen befragt. Die älteren verglichen sich weniger mit anderen, sondern eher mit ihrem vergangenen Selbst. Dabei ging es nicht um weniger werdende Kraft, sondern um Veränderung, die man im Laufe der Jahre erarbeitet hat. Wenn es uns gelingt, darauf zu schauen, was wir mal waren und wie wir uns entwickeln haben, kann uns das die Unzufriedenheit nehmen. Alternativ können wir natürlich auch unsere Denkfähigkeit nutzen und dieses Verhalten freundlich belächeln und unseren Fokus auf Dinge lenken, die uns dankbar stimmen. Wie auch immer, es bleibt ein wenig herausfordernd.

Beginnen wir das Jahr, indem wir uns doch vergleichen!

Wenn wir auf die schauen, denen es schlechter geht und wir uns davon in Bewegung bringen lassen, wird es uns glücklicher machen. Nicht weil wir dankbar sind für das, was wir haben. Das wäre ein bitterer Vergleicht. Der Clou liegt in der Bewegung! Wenn ich mich diesen Menschen zuwende, ihnen helfe oder Geld spende, macht es mich – so eine weitere Studie – im Laufe der Zeit sogar glücklicher. Wir könnten zu Beginn des neuen Jahres also danach fragen, wer uns vielleicht braucht. Ob in Familie, Bekanntenkreis oder weltweit – es gibt viele Möglichkeiten glücklicher zu werden.