Unser geliebtes Schneckenhaus!

Beitrag vom 15. September 2023

Zieh dich nicht in dein Schneckenhaus zurück! Diesen Appell hören wir oft in Situationen, in denen wir gerade den Rückzug brauchen. Haben wir also Mut, uns zurückzuziehen und auf uns zu achten, damit wir gestärkt aus uns heraus kommen können.

Ein Schneckenhaus ist wertfrei!

Wir sind in der Bewertung von Schneckenhausbedürfnissen sehr ambivalent. Zieht sich eine Person zurück, soll sie aus sich heraus kommen. Ist eine Person engagiert, soll sie mehr auf sich achten. Menschen, die eher außer sich sind, wollen, dass andere die Komfortzone verlassen und aktiv werden. Menschen, die sehr auf ihre Work-Life-Banlance achten, möchten sich nicht hinterfragen lassen und raten zum Rückzug. Wie wäre es mal, wenn jeder Mensch auf sich selbst verantwortlich achtet, dabei Fehler macht und das Leben lernt. Wir könnten dann wertfrei auf die Bedürfnisse unserer Seele achten. Keine Schnecke ist nur im Schneckenhaus und keine Schnecke legt es mutig ab. Irgendwie gehört wohl beides dazu.

Wer braucht schon ein Schneckenhaus?

Schnecken, zum Bespiel. Eine Schnecke braucht ihr Schneckenhaus aus verschiedenen Gründen. Erstens dient es als Schutz vor Feinden und ungünstigen Witterungsbedingungen. Das Schneckenhaus bietet der Schnecke auch einen sicheren Ort zum Ausruhen und Verstecken. Zweitens reguliert es die Feuchtigkeit und Temperatur im Inneren, was für das Wohlbefinden der Schnecke wichtig ist. Kurz gesagt, das Schneckenhaus ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens einer Schnecke.

Das aktive Schneckenhaus!

Die Schnecke schützt sich und reguliert sich im Schneckenhaus. Das ist eben nicht passiv, sondern ein wichtiger Teil des Lebens. Die Art, wie wir Menschen Überreizung abbauen und uns regenerieren, ist vielfältig. Im Rückzug geschieht also, wie beim Schlafen auch, sehr viel zur Regeneration. So wie wir im Schlaf vieles verarbeiten, kann der Rückzug etwas sehr Intensives und Aktives sein. Man durchdenkt einfach das Erlebte noch einmal. Körperliche Aktivitäten wie Gartenarbeit, Bewegung oder Hausputz können uns dabei sehr gut unterstützen. Aber auch kreative Dinge wie Schreiben, Lesen, künstlerisch aktiv sein, können uns helfen die Überreizung hinter uns zu lassen. Ein aufgeräumter Schreibtisch muss nicht Indiz für eine Zwanghaftigkeit sein. Er kann auch Symbol der inneren Aufgeräumtheit sein.

Gönnen wir einander unseren Rückzug!

Niemand würde einer Weinbergschnecke Charakterschwäche attestieren, wenn sie sich in ihr Schneckenhaus zurückzieht. Niemand würde ihr sagen, dass sie mal aus ihrer Komfortzone herauskommen soll. So wie eine Schnecke sich ganz natürlich in ihr Schneckenhaus zurückzieht, so ist es auch für uns Menschen hilfreich, auf sich zu achten. Es geht also immer um eine gesunde Balance, die jeder Mensch für sich erlernen darf.