Huston, wir haben eine Lösung!

Beitrag vom 01. Mai 2023

Hatten Sie auch schon mal ein Problem und war es so lebensbedrohlich wie damals im Weltall? Oder wäre es möglich, nach Lösungen zu suchen?

Das Problem ist uns näher als die Lösung!

Ähnlich wie das  Auto wird auch das Problem gehegt und gepflegt und ist anscheinend unser zweitliebstes Kind. Man soll problemorientiert sein, darf problematisieren und wird gelobt, wenn man problematische Situationen erkennt. Wenn wir alles gut durchdacht haben, merken wir manchmal, wie die Sorgen Kinder bekommen haben. Es fallen uns immer mehr Dinge ein und wir können uns kaum noch davor verschließen. Eine Lösung scheint nicht in Sicht. Es entsteht eine immer negativere Sicht, die vom Ursprung her auch ihre Berechtigung hat. Natürlich gibt es Probleme! Sie immer nur wegzuwischen, hilft uns auch nicht. Aber vielleicht gibt es einen anderen Zugang.

Wer über Probleme spricht, findet Probleme, wer über Lösungen spricht, findet Lösungen!

Dieser einfache Merksatz macht deutlich, dass es andere Zugänge gibt, um sich einer Situation zu stellen. Denken wir an die Astronauten damals in Apollo 13 oder wenigstens an das Bild, das wir durch den gleichnamigen Film haben. Dort sagte Tom Hanks in seiner Rolle sinngemäß: „Wir werden jetzt nicht streiten, denn wir stehen gerade vor dem Problem 8 von 50.“ Damit stoppte er die Diskussion und sie wandten sich den Lösungen zu, die sie überleben ließen. Interessanterweise gelingt uns so ein Verhalten eher in lebensbedrohlichen Situationen (z.B. vor oder nach einer schweren OP). Unsere Alltagsprobleme scheinen dagegen oft schier unüberwindbar. Sprechen wir also über Lösungen und schauen, was da in uns passiert.

Fragen Sie: „Was jetzt?“!

Man könnte auch fragen „Wofür?“, denn das heisst nichts anderes als „Was jetzt?“. Man stellt sich der Situation und weist ihr das Etikett „Herausforderung“ oder „Gelegenheit“ zu. Dabei ist es sehr wichtig, nicht nur Argumente zu sammeln und Fakten aufzuzählen. Das reicht unserem Gehirn nicht aus, weil wir nunmal ganzheitliche Menschen sind und keine Exeltabellen. Es ist von Bedeutung, dass in der Lösungsfindung durchaus unsere Emotionen, aber auch unsere intrínsischen Werte eine Rolle spielen. So sind wir mit Kopf, Leib und Seele involviert und kommen mehr in Bewegung. Die Neurowissenschaftlerin Maren Urner nennt das in ihrem letzten Buch „dynamisches Denken“. Wir können die Leistungsfähigkeit unseres Gehirnes positiv nutzen. Selbst wenn einmal etwas schief ging oder eskaliert ist, können wir fragen „Was hat geholfen?“ Dann reihen wir die Situation in unsere bisherigen Lösungswege mit ein und kommen vielleicht schnell auf Lösungsgedanken. Wir bräuchten uns also gegenseitig nicht Probleme erklären, sondern kreativ miteinander an der Zukunft basteln und sagen „Huston, wir suchen nach einer Lösung!“