Hochsensibilität & intensives Leben

Beitrag vom 26. März 2019

Intensiv ist wohl eines der Lieblingsworte hochsensibler Menschen. Wenigstens ist es ein oft gebrauchtes Wort. Aber was versteckt sich dahinter und wie geht man mit seinem intensiven Erleben um.

Ich bekomme so viel mit!

Durch die hochsensible Wahrnehmung können viele schöne Dinge des Lebens stärker und intensiver wahrgenommen werden. Hochsensibel zu leben, heisst intensiv zu leben. Das macht Hochsensibilität ja gerade aus. Der englische Originalbegriff erkläre es auch besser. Dort spricht man von „high-sensitive“, also von einer hohen Sensitivität. Hoch-sensitive Menschen fühlen in der Regel intensiver. Sie hören das Gras wachsen und übertreiben manchmal damit. Sie sehen, hören, riechen und schmecken aber auch intensiver als andere. Das ist dann beim Betrachten eines Sonnenunterganges oder beim Besuch eines Sternerestaurants wunderbar und steigert die Lebensqualität. 

Intensiv zu leben bedeutet eine Vielzahl an Informationen!

Allerdings ist die Wahrnehmung unangenehmer Gerüche und Geräusche eben auch intensiver. Man hört nunmal die Gartenpumpe des Nachbarn lauter. Man riecht so manche Person intensiver. Hört sich fast lustig an, kann aber zur Qual werden. Wenn Kinder in der Schule die anderen bitten, leiser zu sein, obwohl nur kleine Nebengeräusche zu hören sind oder wenn die Menschen im Restaurant am Nachbartisch laut reden, hofft man nur noch auf ein Ende des Abends. Dann sagen viele hochsensible Menschen den typischen Satz: „Es ist gerade alles zu viel!“.

Intensiv zu leben bedeutet Grenzen zu erfahren!

Nachteilig kann es sich auswirken, wenn die Fülle der wahrgenommenen Informationen nicht gut verarbeitet werden können. Es kommt immer mehr dazu. Intensiv zu Leben ist auf einmal eine Überforderung. Das wird dann in verschiedenster Form als Stress erlebt. Gerade in diesen Stresssituationen überwiegen dann die negativen Gefühle und Erlebnisse. Hochsensible Menschen scheinen dann ihre Wahrnehmung noch raufzuschrauben. Es wird noch intensiver und man wird immer gestresster.

Deeskalieren Sie!

Sie haben dann das Recht, die Situation zu stoppen. Sicherlich können Sie nicht jetzt und sofort überall aussteigen. Aber in einem guten privaten Umfeld werden Sie sich immer wieder zurückziehen können. Wenn es den anderen klar ist, wie Sie ticken und dass Sie später wieder intensiv da sind, wird es akzeptiert werden. Es ist auch kein Problem, seine Bedürfnisse an anderer Stelle zu benennen, wenn es keine Ausrede oder Methode ist. 

Betonen und genießen Sie als Hochsensibler intensiv zu leben!

Stoppen Sie doch einfach mal das Gedankenkarussell, nehmen sich eine Auszeit und nehmen den Sonnenschein wahr. Schauen Sie bewusst hin, riechen, schmecken und fühlen Sie. Lassen Sie sich die schöne Welt und Ihre Wahrnehmung nicht nehmen. Nehmen Sie sich Zeit, die positive Seite zu betonen. Wer intensiver riecht, nimmt ja nicht nur die negativen Gerüche wahr. Er kann einen Duft eben auch sehr genießen. Denken Sie, wie ein schöner Duftreis oder im Mai der Flieder riecht. Das kann für Hochsensible ein kleiner Entspannungsurlaub sein.