Wären Sie gerne schlagfertig?

Beitrag vom 16. August 2019

Nicht schlagfertig zu sein, wird in unserer Gesellschaft als Mangel beschrieben. Erst einmal bedeutet es aber so etwas wie Höflichkeit, Anstand und Zurückhaltung. Dennoch etwas entgegenzuhalten, muss nichts mit einem Schlag zu tun haben. Manche Dinge können wir ganz leicht wegpusten, oder?

Wer nicht schlagfertig ist, kann trotzdem sprechen!

Manchen Menschen fällt es so leicht schlagfertig zu Antoworten. Die andere Person hat noch nicht zu Ende gesprochen und schon bekommt sie eine Antwort – die sich gewaschen hat. Das ist aber die Ausnahme. Vielen verschlägt es oft die Sprache. Hinterher weis man genau, was man hätte sagen können. Aber der Moment ist vorbei und das wars. 

Und die Menschen sagen Dinge – meine Güte. Vielleicht sollten wir mehr über einen guten Umgangston reden und den Schlagfertigen aufzeigen, wie man sich benimmt. Denn es ist ja ein Problem, dass viele Menschen einfach über die Grenzen der anderen gehen und nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben. Da macht jemand eine kränkende Bemerkung und es verschlägt einem die Sprache. Wie soll man da noch auf die Idee kommen, eine passende Antwort zu geben? Zeigt man sich verletzt „war es so nicht gemeint“ oder „wir seien da zu empfindlich“. Sagt man nichts, muss man schlucken – immer und immer wieder. Das wollen wir natürlich auch nicht, oder?

Machen Sie den Anfang!

Ganz bewusst habe ich das obige Bild ausgesucht. Es zeigt keine Person mit erhobenen Fäusten. Es zeigt keinen angsteinflößenden Türsteher. Die Frau auf dem Bild pustet einfach und es passiert ganz viel. Vielleicht behalten Sie das Bild im Hinterkopf. Es ist viel wichtiger, überhaupt etwas zu sagen, als die eine knallharte Antwort. Jede Antwort sei besser, als gar nicht zu handeln und sich nur schlecht zu fühlen. Vielleicht macht antworten auch einfach mal Spaß.

Überlegen Sie vorher, was Sie schlagfertig sagen können!

Natürlich können wir nicht mit Hochspannung durch die Straßen gehen und vor jedem Spruch, der uns verletzen könnte, gewappnet sein. Darum geht es nicht. Ich kann aber bestimmte Situationen vorbereiten. Denn wir wissen doch, wer in unserem Umfeld über unsere Grenzen geht. Legen Sie sich Sätze zurecht, die zu Ihnen und der Situation passen.

Sie könnten eine Rückfrage stellen. Die gibt die Situation an den anderen zurück. Sie könnten fragen: „Wie meinst du das?“

Sie können auch Sätze sagen wie: „Ich habe leider gerade gar nicht verstanden, was du sagen wolltest. Könntest du es bitte erklären?“ Auch hier ist mein Gegenüber in der Pflicht und merkt vielleicht selbst, was gesagt wurde.

Sie können aber auch einfach ehrlich sagen: „Dazu kann ich jetzt nichts sagen. Ich bin nicht so schlagfertig. Ich denke lieber in Ruhe nach.“

Führen Sie es zu einem guten Ende und klären die Situation!

In der Situation ist man vielleicht sprachlos. Nach der Situation wissen wir in der Regel, was wir gerne gesagt hätten. Der Ärger ist da und frisst sich durch meine Seele. Sprechen Sie die Person doch mal einige Tage später genau auf diesen Satz an. Sie können gerne zugeben, dass sie nicht schlagfertig sind. Sie können der Person aber deutlich machen, dass sie ihnen wichtig ist und sie eine gute Beziehung möchten. Selbst wenn das Gegenüber negativ reagiert, haben Sie ihren Ärger nicht in sich hinein gefressen und den erhaltenen Schlag ein wenig weggepustet.