Selbstmitgefühl (Teil 1)

Beitrag vom 22. August 2021

Ein gesundes Selbstmitgefühl ist ein guter Start für die Akzeptanz meines Lebens. Viel zu schnell lehnen wir uns innerlich ab und sehen uns kritisch. Vielleicht können wir uns selbst gegenüber Mitgefühl aussprechen. Beim Nachbarn gelingt das ja auch (meistens). Aber wie verstehen wir Selbstmitgefühl?

Selbstmitgefühl bedeutet: Selbst! Mit Gefühl!

Selbstmitgefühl ist ein etwas ungewohntes Wort. Wieder ein neuer Trend? Was ist damit gemeint? Es ist sogar so fremd, dass es von meiner Autokorrektur verändert wurde in „selbst mit Gefühl“. Das hat mich inspiriert und soll auch Sie inspirieren.

Selbst – Ich schaue auf mich!

Beginnen wir mal mit dem Selbst. Es geht darum, wie wir uns selbst erst einmal wahrnehmen. Wie viele Gedanken machen wir uns über unser Selbst? Wie sind wir als Person? Wie haben wir uns entwickelt? Was bekommen wir davon mit? Wir nehmen uns Zeit, auf uns zu schauen! Auf unser Selbst mit all seinen Bedürfnissen, Gedanken und Gefühlen. Liegt es uns nicht auf der Zunge zu sagen „dafür will ich keine Zeit verschwenden“? Nun, es reicht, wenn wir uns für uns selbst Zeit schenken und neutral hinsehen.

Mit – Ich bleibe bei mir!

Sich selbst kritisch zu sehen, das gelingt uns sehr gut. Ich bezweifle nur, ob es wirklich immer gut ist. Das lässt sich ganz einfach feststellen: 

Können wir uns Fehler und Schwächen eingestehen, ohne uns deshalb gleich weniger liebenswert oder minderwertig zu fühlen? Können wir unsere persönlichen Eigenschaften annehmen, ohne uns dafür zu schämen und sie möglichst schnell ändern zu wollen? Es ist von hoher Bedeutung, bei aller Selbstkritik zuerst einmal zu mir zu stehen. Denn sonst verlasse ich mich und bin nicht bei mir. 

Gefühl – Ich nehme Anteil!

Wenn ich bei mir selbst bleibe, kann ich ein Gefühl für mich entwickeln. Jedes Bedürfnis und jede Schwäche ist erst einmal ein neutraler Teil von mir, dem ich liebevoll begegnen kann. Ja, liebevoll! Eben einfach mal sagen: „Ja, so bin ich und das ist gut so!“ Ein Gefühl für sich zu entwickeln, lässt uns authentisch werden. 

Selbstmitgefühl – Ich stehe mir liebevoll zur Seite!

Wie schön wäre es, wenn wir bei aller Kritik erst einmal ein JA zu uns haben? Natürlich haben wir alle auch Schattenseiten. Aber wie entsteht denn Schatten? Es braucht Licht dazu. Vielleicht haben wir mehr lichte Momente und Anteile, als wir es wahrnehmen. Übrigens, je stärker die Schattenseite ist, desto heller muss die Lichtseite sein. Wir dürfen, wie ein bester Freund uns selbst Mitgefühl entgegenbringen und uns sagen:  „Ja, so bin ich und das ist gut so!“.

Seien Sie sie Selbst und das mit Gefühl für sich. Im Ruhrgebiet hätten wir gesagt „mit Schmackes“. Aber „Selbstmitschmackes“ klingt dann doch komisch. Also erlauben Sie sich einfach, mit sich selbst mehr mitfühlend zu sein und schauen mal, wie sich das anfühlt.