Fundstücke

Einfach mal „Nein“ sagen, das kann doch nicht so schwer sein!?

Für manche Menschen ist es das aber eben doch. Sie erfüllen lieber die Erwartungen ihrer Mitmenschen, weil das ja besser ankommt. Man erhofft sich  Anerkennung oder zumindest doch, dass man nicht abgelehnt wird. Denn das befürchtet man ja sehr schnell, wenn man den anderen mit seiner Absage enttäuschen würde. Wie hält man das aus, wenn der sauer auf mich ist? – Ja, aber wie halte ich das aus, wenn ich so wenig auf mich achte? Wenn ich mich immer wieder überfordere? Wenn ich meine Bedürfnisse übergehe? Ja, welche Bedürfnisse habe ich denn eigentlich??Lohnt sich wirklich, mal darüber nachzudenken! Und mir dann selbst das Recht zu geben, mich für mich selbst einzusetzen! Wie wäre es denn, das mal mit Kleinigkeiten auszuprobieren und einzuüben?
Übrigens schon mal darüber nachgedacht, dass ein zähneknirschendes, halbherziges „Ja“ die Beziehung zum Bittsteller mehr belasten kann, als ein ehrliches „Nein“?

Beitrag vom 30. August 2019

Wären Sie gerne Schlagfertig?

Wer kennt das nicht? Da macht jemand eine kränkende Bemerkung und es verschlägt einem die Sprache. Wie soll man da noch auf die Idee kommen, eine pfiffige Antwort zu geben?
Ratgeber meinen dazu, es sei wichtig, überhaupt etwas zu sagen. Jede Antwort sei besser, als gar nicht zu handeln und sich nur schlecht zu fühlen.Die Profis haben natürlich auch einige Tipps bereit: Es gibt gewisse Standardsätze, die quasi immer irgendwie passen. Die kann man sich für die entsprechenden Fälle zurecht legen. Beispiele wären:
„Ich habe leider gerade gar nicht verstanden, was du gesagt hast. Könntest du es bitte wiederholen?“
„Dazu kann ich jetzt leider auch nichts sagen. So schlagfertig bin ich leider nicht.“
Eine andere Methode ist die Übertreibung. Darin steckt eine gute Portion Humor und sie nimmt dem Gegner den Wind aus den Segeln. Probieren Sie es doch einfach mal aus. Spaßeshalber kann man es ja mal mit einem guten Freund oder einer Freundin ausprobieren oder einüben.
Beitrag vom 16. August 2019

Nobody is perfect

Ein Gedanke zum Thema Selbstbild: Es gibt sie ja, diese Leute, die gerne alles richtig machen wollen. Das würde sich doch dann so richtig gut anfühlen und keiner müsste an einem herum kritisieren. Aber wie es im richtigen Leben so ist, man macht Fehler. Und manch einer schaut auf diese Dinge wie durch ein Vergrößerungsglas. Das ist zum Verzweifeln, denn man sieht gar nichts anderes mehr. Die Psychologin und Buchautorin Stefanie Stahl hat für solch eine Situation ein schönes Bild: stellen wir uns einmal vor, alle unsere Eigenschaften und Fähigkeiten bilden einen großen bunten Blumenstrauß. Und jetzt ist eine kleine Blüte abgebrochen, weil wir ja dummerweise einen Fehler gemacht haben. Dann bleibt aber immer noch ein schöner, großer, bunter Blumenstrauß! Und an dem könnte man sich freuen!😊
Beitrag vom 02. August 2019

Buchempfehlung

Ich möchte auf ein interessantes Buch hinweisen: „Leise Menschen – starke Wirkung“ von Silvia Löhken. – Die Lizenz zum Leise-Sein.
Es geht um gute Kommunikation in den verschiedensten Lebensbereichen. Zitat: „Gute Kommunikation hat etwas mit Identität zu tun. Erst wenn ich mich selbst kenne und mit mir selbst gut umgehen kann, kann ich auch mit anderen erfolgreich umgehen.“ Um sich selbst besser kennen zu lernen, werden die besonderen Stärken introvertierter Menschen ausführlich dargestellt. (Vorsicht, Substanz, Konzentration, Zuhören, Ruhe, analytisches Denken, Unabhängigkeit, Beharrlichkeit, Schreiben, Einfühlungsvermögen). Demgegenüber stehen die besonderen Bedürfnisse und auch die besonderen Hürden introvertierter Menschen. (Angst, Kleinteiligkeit, Überstimulation, Passivität, Flucht, Verkopftheit, Selbstverleugnung, Fixierung, Kontaktvermeidung, Konfliktscheu)
Mit sehr viel Wertschätzung werden die verschiedenen Eigenarten beschrieben und wo nötig, gute Strategien aufgezeigt zu einer positiven Entwicklung.
Introvertierte Menschen nehmen tiefer war und denken intensiver nach, bevor sie handeln. Deshalb sollten Sie Ihre Stärken in vielen wichtigen Bereichen des Lebens einbringen!
Ein sehr lohnenswertes Buch für alle, die sich als leise Menschen empfinden und trotzdem Präsenz zeigen wollen und Gehör finden möchten!
Beitrag vom 19. Juli 2019

allein zur Paartherapie

Funktioniert Paartherapie, wenn nur ein Partner den Therapeuten aufsucht?
Man sagt doch, dass beide an der Beziehung arbeiten sollten, wenn sich etwas verbessern soll.
Den Anfang findet man aber auch allein. Wenn ein Partner aufhören würde, den anderen Partner abzuwerten, würde sich das sehr positiv auf die Beziehung auswirken. Vielleicht sollte man mal eine Weile über dieses Bewerten nachdenken. Wir bemerken etwas am anderen, und wenn es uns fremd vorkommt oder irgendwie nicht wirklich gefällt, müssen wir es dann gleich abwerten? Das fühlt sich meist für beide Teile nicht gut an. Kann es vielleicht gelingen, manche Dinge einfach erst mal nur wahr zu nehmen? Und dem anderen trotzdem Wertschätzung entgegen zu bringen? Da kann man sich doch vorstellen, dass es eine positive Veränderung in der Paardynamik bewirken kann! Und wenn man Unterstützung dabei braucht, warum sollte man sich die nicht holen?
Beitrag vom 05. Juli 2019

einige Gedanken zu den HSP Kindern

In unserem Vortag habe ich versucht darzustellen, wie hochsensible Kinder wahrnehmen können, um durch dies Hintergrundwissen ein besseres Verständnis für ihre Verhaltensweisen zu fördern.
Im Nachhinein habe ich mich gefragt, ob ich mich nicht ständig wiederholt habe mit der Forderung: „Akzeptiert die Kinder endlich so, wie sie sind!“ – Weil einfach so viel für die Kinder von der Einstellung und Bewertung der Eltern und anderer Bezugspersonen abhängt.
Eine Freundin bestätigte das wohl, meinte aber, ich hätte eben auch passend beschrieben, wie man das praktisch umsetzt.
Dazu einfach noch mal ein paar Notizen:

Erst einmal sollte man negative Aussagen einfach bleiben lassen, wie zum Beispiel:
“ Ach stell dich doch nicht so an.“ „Das ist doch nicht so schlimm.“ „Du bist aber empfindlich.“ „Legt dir mal ein dickeres Fell zu“. – Sicherlich hat manch einer als Erwachsener noch solche Sätze in unangenehmer Erinnerung.
Die Kinder profitieren davon, wenn wir auf ihre starken Seiten schauen: oft sind sie mitfühlend, intuitiv, kreativ, umsichtig, freundlich, geduldig, gewissenhaft, einfühlsam, haben einen starken Gerechtigkeitssinn, sind an vielen Fragen des Lebens interessiert,… Schauen Sie doch einmal genau hin, welche besonderen Eigenschaften ihr Kind hat!

Und wenn die hochsensible Wahrnehmung mal wieder störend auffällt, kann man darüber reden, z.B.: „Ich merke, dass es hier gerade viel zu laut ist. Das fühlt sich für dich bestimmt nicht gut an.“ „Du fühlst dich gerade sehr geärgert, erzähl doch mal, was los ist.“ Dabei soll deutlich werden, dass wir die Empfindungen der Kinder nicht abwerten, sondern wahrnehmen und es in seiner Person ernst nehmen. Damit geben wir den Kindern die Chance, anders zu reagieren und sich mit ihren Empfindlichkeiten selbst besser anzunehmen und selbstbewusster zu entwickeln.

Beitrag vom 21. Juni 2019

Rückblick: Vortrag „lebendige“ Hochsensibilität

Am 5. April fanden sich in der Bethlehemgemeinde Isernhagen ca. 60 Gäste ein zu dem Vortrag „Lebendigen Hochsensibilität“. Pastor Wolfgang Konietzko und seine Frau Sabine (Ergotherapeutin) referierten zu den Themenschwerpunkten: Hochsensibilität verstehen, Hochsensibilität im Alltag, Förderung hochsensibler Kinder und kompetenzorientierte Persönlichkeitsentwicklung. Nach dem kurzweiligen Vortrag kamen schon die ersten Rückmeldungen, dass sich für die Zuhörer der Wesenszug der Hochsensibilität gut erschlossen hat und dass sie gute Impulse für den Alltag mitnehmen. Da die Sensiblen und Stillen in der westlichen Leistungsgesellschaft häufig zu wenig Raum und Beachtung finden, klang das Thema der Beurteilung und Wertigkeit immer wieder an. Es wurde deutlich, dass die Gesellschaft die Potentiale der Sensiblen dringend braucht.
Der musikalische Rahmen wurde von Eike Formella und seinem Gospeltrio „Honour and Hope“ gestaltet.

Buchen Sie den Vortrag als Inhouse-Veranstaltung. Mehr finden Sie unter: www.lebensorientiert.de/seminarangebot/

Beitrag vom 05. Juni 2019

Rückblick: Workshop „sensible Resilienz“

Der Gemeindesaal der Bethlehem Gemeinde in Isernhagen füllt sich, leise Geigenmusik ist zu hören. Es ist der Beginn des ersten Sensus-Workshops.

Nachdem Frau Dr. Heike Benecke eine Begriffsbestimmung vorgenommen hat und kurz erläutert, welche wissenschaftlichen Studien historisch zum Resilienz Konzept führten, wird klar, dass Resilienz auch ein Modewort geworden ist. Das Konzept der Widerstandskraft spielt auch schon in der Bibel eine große Rolle. Exemplarisch wird hierzu der Apostel Paulus von der Theologen Frauke Bielefeldt beleuchtet. Einzelne Texte helfen den Teilnehmern, einen persönlichen Zugang zu diesem Thema aus biblischer Sicht zu bekommen. Nach einer Kaffeepause wird es dann praktischer: Pastor Wolfgang Konietzko (Bethlehem Gemeinde und Beratungspraxis „lebensorientiert.“) gibt aus therapeutischer Sicht Impulse, wie hochsensible Menschen ihre Resilienz konkret verbessern können. Der Tag schließt mit praktischen Übungen zur Entspannung und dem Herzensgebet ab (geführt durch Physiotherapeutin Imke Fuchs und Wolfgang Konietzko). Erste Rückmeldungen an diesem Tag zeigen, dass die Impulse inspirierend für viele Menschen waren. Der nächste Thementag ist schon in Planung.

Buchen auch Sie den Workshop als Inhouse-Veranstaltung. Mehr finden Sie unter: www.lebensorientiert.de/seminarangebot/

Beitrag vom 09. April 2019

Hochsensibel: intensiv Leben

Durch die hochsensible Wahrnehmung können viele schöne Dinge des Lebens stärker und intensiver gefühlt, gesehen, gehört, gerochen und geschmeckt werden. Das macht gute Gefühle, steigert die Lebensqualität. Nachteilig kann es sich auswirken, wenn die Fülle der wahrgenommenen Informationen nicht gut verarbeitet wird und in verschiedenster Form als Stress erlebt wird.

Gerade in Stresssituationen überwiegen die negativen Gefühle. Hier sollte man sich Zeit nehmen, die positive Seite zu betonen. Wer z.B. intensiver riecht, nimmt ja nicht nur die negativen Gerüche wahr. Er kann einen Duft eben auch sehr genießen. Das muss nicht immer Chanel No. 5 sein. Allein schon ein schöner Duftreis oder im Mai der Flieder kann für Hochsensible ein kleiner Entspannungsurlaub sein.

Stoppen Sie doch einfach mal das Gedankenkarussell und nehmen dein Sonnenschein wahr. Schauen Sie bewusst hin, riechen, schmecken und fühlen Sie. Lassen Sie Sich ihre schöne Welt nicht nehmen.

Beitrag vom 26. März 2019

Neues aus der Wissenschaft

HSP im fMRT und EEG!
Wissenschaftler haben die Messdaten von normal sensiblen Testpersonen mit denen hochsensibler Personen verglichen. Im fMRT ist im Vergleich zu normal sensiblen Testpersonen festzustellen, dass bestimmte Hirnbereiche stärker aktiviert und besser durchblutet sind. Bei EEG-Ableitungen zeigte sich sogar, dass das Großhirn hochsensibler Personen auch im Ruhemodus noch aktiver war, als das der Vergleichspersonen.

Beitrag vom 12. März 2019