Fundstücke

allein zur Paartherapie

Funktioniert Paartherapie, wenn nur ein Partner den Therapeuten aufsucht?
Man sagt doch, dass beide an der Beziehung arbeiten sollten, wenn sich etwas verbessern soll.
Den Anfang findet man aber auch allein. Wenn ein Partner aufhören würde, den anderen Partner abzuwerten, würde sich das sehr positiv auf die Beziehung auswirken. Vielleicht sollte man mal eine Weile über dieses Bewerten nachdenken. Wir bemerken etwas am anderen, und wenn es uns fremd vorkommt oder irgendwie nicht wirklich gefällt, müssen wir es dann gleich abwerten? Das fühlt sich meist für beide Teile nicht gut an. Kann es vielleicht gelingen, manche Dinge einfach erst mal nur wahr zu nehmen? Und dem anderen trotzdem Wertschätzung entgegen zu bringen? Da kann man sich doch vorstellen, dass es eine positive Veränderung in der Paardynamik bewirken kann! Und wenn man Unterstützung dabei braucht, warum sollte man sich die nicht holen?
Beitrag vom 05. Juli 2019

einige Gedanken zu den HSP Kindern

In unserem Vortag habe ich versucht darzustellen, wie hochsensible Kinder wahrnehmen können, um durch dies Hintergrundwissen ein besseres Verständnis für ihre Verhaltensweisen zu fördern.
Im Nachhinein habe ich mich gefragt, ob ich mich nicht ständig wiederholt habe mit der Forderung: „Akzeptiert die Kinder endlich so, wie sie sind!“ – Weil einfach so viel für die Kinder von der Einstellung und Bewertung der Eltern und anderer Bezugspersonen abhängt.
Eine Freundin bestätigte das wohl, meinte aber, ich hätte eben auch passend beschrieben, wie man das praktisch umsetzt.
Dazu einfach noch mal ein paar Notizen:

Erst einmal sollte man negative Aussagen einfach bleiben lassen, wie zum Beispiel:
“ Ach stell dich doch nicht so an.“ „Das ist doch nicht so schlimm.“ „Du bist aber empfindlich.“ „Legt dir mal ein dickeres Fell zu“. – Sicherlich hat manch einer als Erwachsener noch solche Sätze in unangenehmer Erinnerung.
Die Kinder profitieren davon, wenn wir auf ihre starken Seiten schauen: oft sind sie mitfühlend, intuitiv, kreativ, umsichtig, freundlich, geduldig, gewissenhaft, einfühlsam, haben einen starken Gerechtigkeitssinn, sind an vielen Fragen des Lebens interessiert,… Schauen Sie doch einmal genau hin, welche besonderen Eigenschaften ihr Kind hat!

Und wenn die hochsensible Wahrnehmung mal wieder störend auffällt, kann man darüber reden, z.B.: „Ich merke, dass es hier gerade viel zu laut ist. Das fühlt sich für dich bestimmt nicht gut an.“ „Du fühlst dich gerade sehr geärgert, erzähl doch mal, was los ist.“ Dabei soll deutlich werden, dass wir die Empfindungen der Kinder nicht abwerten, sondern wahrnehmen und es in seiner Person ernst nehmen. Damit geben wir den Kindern die Chance, anders zu reagieren und sich mit ihren Empfindlichkeiten selbst besser anzunehmen und selbstbewusster zu entwickeln.

Beitrag vom 21. Juni 2019

Rückblick: Vortrag „lebendige“ Hochsensibilität

Am 5. April fanden sich in der Bethlehemgemeinde Isernhagen ca. 60 Gäste ein zu dem Vortrag „Lebendigen Hochsensibilität“. Pastor Wolfgang Konietzko und seine Frau Sabine (Ergotherapeutin) referierten zu den Themenschwerpunkten: Hochsensibilität verstehen, Hochsensibilität im Alltag, Förderung hochsensibler Kinder und kompetenzorientierte Persönlichkeitsentwicklung. Nach dem kurzweiligen Vortrag kamen schon die ersten Rückmeldungen, dass sich für die Zuhörer der Wesenszug der Hochsensibilität gut erschlossen hat und dass sie gute Impulse für den Alltag mitnehmen. Da die Sensiblen und Stillen in der westlichen Leistungsgesellschaft häufig zu wenig Raum und Beachtung finden, klang das Thema der Beurteilung und Wertigkeit immer wieder an. Es wurde deutlich, dass die Gesellschaft die Potentiale der Sensiblen dringend braucht.
Der musikalische Rahmen wurde von Eike Formella und seinem Gospeltrio „Honour and Hope“ gestaltet.

Buchen Sie den Vortrag als Inhouse-Veranstaltung. Mehr finden Sie unter: www.lebensorientiert.de/seminarangebot/

Beitrag vom 05. Juni 2019

Rückblick: Workshop „sensible Resilienz“

Der Gemeindesaal der Bethlehem Gemeinde in Isernhagen füllt sich, leise Geigenmusik ist zu hören. Es ist der Beginn des ersten Sensus-Workshops.

Nachdem Frau Dr. Heike Benecke eine Begriffsbestimmung vorgenommen hat und kurz erläutert, welche wissenschaftlichen Studien historisch zum Resilienz Konzept führten, wird klar, dass Resilienz auch ein Modewort geworden ist. Das Konzept der Widerstandskraft spielt auch schon in der Bibel eine große Rolle. Exemplarisch wird hierzu der Apostel Paulus von der Theologen Frauke Bielefeldt beleuchtet. Einzelne Texte helfen den Teilnehmern, einen persönlichen Zugang zu diesem Thema aus biblischer Sicht zu bekommen. Nach einer Kaffeepause wird es dann praktischer: Pastor Wolfgang Konietzko (Bethlehem Gemeinde und Beratungspraxis „lebensorientiert.“) gibt aus therapeutischer Sicht Impulse, wie hochsensible Menschen ihre Resilienz konkret verbessern können. Der Tag schließt mit praktischen Übungen zur Entspannung und dem Herzensgebet ab (geführt durch Physiotherapeutin Imke Fuchs und Wolfgang Konietzko). Erste Rückmeldungen an diesem Tag zeigen, dass die Impulse inspirierend für viele Menschen waren. Der nächste Thementag ist schon in Planung.

Buchen auch Sie den Workshop als Inhouse-Veranstaltung. Mehr finden Sie unter: www.lebensorientiert.de/seminarangebot/

Beitrag vom 09. April 2019

Hochsensibel: intensiv Leben

Durch die hochsensible Wahrnehmung können viele schöne Dinge des Lebens stärker und intensiver gefühlt, gesehen, gehört, gerochen und geschmeckt werden. Das macht gute Gefühle, steigert die Lebensqualität. Nachteilig kann es sich auswirken, wenn die Fülle der wahrgenommenen Informationen nicht gut verarbeitet wird und in verschiedenster Form als Stress erlebt wird.

Gerade in Stresssituationen überwiegen die negativen Gefühle. Hier sollte man sich Zeit nehmen, die positive Seite zu betonen. Wer z.B. intensiver riecht, nimmt ja nicht nur die negativen Gerüche wahr. Er kann einen Duft eben auch sehr genießen. Das muss nicht immer Chanel No. 5 sein. Allein schon ein schöner Duftreis oder im Mai der Flieder kann für Hochsensible ein kleiner Entspannungsurlaub sein.

Stoppen Sie doch einfach mal das Gedankenkarussell und nehmen dein Sonnenschein wahr. Schauen Sie bewusst hin, riechen, schmecken und fühlen Sie. Lassen Sie Sich ihre schöne Welt nicht nehmen.

Beitrag vom 26. März 2019

Neues aus der Wissenschaft

HSP im fMRT und EEG!
Wissenschaftler haben die Messdaten von normal sensiblen Testpersonen mit denen hochsensibler Personen verglichen. Im fMRT ist im Vergleich zu normal sensiblen Testpersonen festzustellen, dass bestimmte Hirnbereiche stärker aktiviert und besser durchblutet sind. Bei EEG-Ableitungen zeigte sich sogar, dass das Großhirn hochsensibler Personen auch im Ruhemodus noch aktiver war, als das der Vergleichspersonen.

Beitrag vom 12. März 2019

Burnout

Was ist nur mit mir los?
Diese Frage stellen sich viele, die gerade in ihrer Situation überfordert sind und sich wieder mehr Freude am Leben wünschen. Ihnen werden die Dinge zu viel, die bislang ohne Schwierigkeiten bewältigt wurden? Einfache Erledigungen erscheinen als schwere Aufgabe und erfordern übermäßig viel Anstrengung? Man kann sich nicht konzentrieren, empfindet eine innerliche Leere und die Gedanken kreisen immer wieder um die gleichen, scheinbar unlösbaren Probleme? Dazu kommen vielleicht Kopfschmerzen oder Schlafstörungen? Die Begriffe Burnout und Depression sind schnell genannt. Oft erlebt man sie als Stempel und empfindet Versagen. Das muss aber nicht sein.

Das muss nicht so bleiben!
Die beschriebenen Anzeichen können mehr oder weniger ausgeprägt sein. Auf jeden Fall sollten Sie damit nicht allein bleiben und sich unbedingt jemandem anvertrauen. Der Gang zu Ihrem Hausarzt ist sehr hilfreich.

Ich begleite Sie!
Im Beratungsgespräch erörtern Sie die Themen, die für Sie gerade brennend sind. Ein kleiner erster Notfallplan hilft oft, wieder handlungsfähiger zu werden. Vielleicht gibt es „Durststrecken“ durchzustehen, in denen ich Ihnen Impulse vermittele, ihre Kraftquellen zu entdecken und wieder Lebensmut zu finden. 

Gemeinsam finden wir Wege!
Es ist ein Prozess, den wir in der Beratung gemeinsam gehen. So werden Sie zu gegebener Zeit lernen, ungünstige Verhaltensweisen zu verändern und anzupassen. Damit wird sich Ihr Handlungsspielraum erweitern, Sie können wieder aufatmen und  werden vieles als weniger belastend erleben.  Es spielt eine große Rolle, wie wir über das Leben denken und die Dinge beurteilen. Wenn Sie gerade Ihren „Tunnelblick“ bemerken und sich wieder einen Weitblick wünschen, dann können wir gemeinsam daran arbeiten. Erlernte Denk- und Bewertungsmuster können eben auch wieder verlernt und durch Neue ersetzt werden. Eine veränderte Wertung kann Ihnen eine weitere und tiefere Sichtweise für Ihr Leben schenken.

Beitrag vom 08. März 2019

Ehebruch – Wie rette ich meine Beziehung?

Mit diesem Thema werde ich sehr häufig konfrontiert. Vor Allem möchte ich Ihnen Mut machen, den vor Ihnen liegenden Weg anzugehen. Sehr häufig konnte ich Paare darin begleiten und beobachten, wie sie die Thematik bearbeiten und wieder zueinander finden konnten. Der sogenannte Ehebruch wird aus zwei Perspektiven beschrieben.

Ich bin fremdgegangen, was nun?
Sie stehen da und fragen sich, wie Ihnen das passieren konnte und wie Sie aus dieser Nummer wieder herauskommen. Oder aber Ihr lang gehütetes Geheimnis ist plötzlich herausgekommen. Sie hören plötzlich Vorwürfe, werden mit Wut und Hass konfrontiert oder sehen, wie Ihr Partner / Ihre Partnerin innerlich zusammenbricht. Sie wissen nicht, wie Sie noch miteinander reden können. Vielleicht merken Sie, wie wichtig Ihnen Ihre Beziehung ist und Sie fragen sich, wie es Ihnen gelingen kann, Ihre sie zu retten. Was ist, wenn Sie Gefühle für die Person haben, mit der Sie fremdgegangen sind?

Mein Partner / meine Partnerin geht fremd? Was soll ich machen?
Nun ist es rausgekommen. Vielleicht haben Sie es schon sehr lange vermutet oder Sie fallen aus allen Wolken, weil Sie nichts geahnt haben. So etwas passiert, leider. Sie sind entsetzt und enttäuscht über das Verhalten Ihres Partners, reagieren vielleicht mit Trauer oder mit großer Wut. Kann es noch ein Miteinander geben oder ist es jetzt aus? Wie wirkt es sich auf ihr Umfeld (z.B. wenn Sie Kinder haben) aus? Wie konnte es nur so weit kommen? Am Liebsten würden Sie jetzt…! Diese Fragen und Gedanken deuten nur im kleinen Maße das an, was in Ihnen vorgeht.

Ich begleiten Sie!
Ihre Fragestellungen brauchen ein neutrales Gegenüber. Es geht um einen vertraulichen Raum, in dem man einander alles sagen darf, es aber auch loswerden, überwinden und sogar nutzen kann. Vermutlich geht es auch um Klärung der Themen, die sich schon lange aufgestaut haben (ständiger Streit, Unverständnis, Frustration, Wut, Langeweile, Kommunikation…), um nur einige zu nennen. Diese Dinge können wir Stück um Stück gemeinsam erarbeiten und damit Ihre Beziehung stärken und Perspektiven entwickeln. Einfach „vergessen“? – Das können Sie vergessen! Das geht nicht! Aber Sie können es bearbeiten und überwinden. In einer gesunden Paarberatung darf alles gesagt werden. Ich begleite Sie vorurteilsfrei und helfe Ihnen, Ihre Gefühlswelt zu versprachlichen und zu sortieren. Wenn Sie Ihren Schmerz bearbeiten und wieder zueinander finden wollen, dann rufen Sie mich an!

Beitrag vom 07. März 2019

Merkmale Hochsensibilität

Hier noch mal in aller Kürze die vier charakteristischen Merkmale für die besondere Art der Verarbeitung von Sinneseindrücken bei Hochsensibilität, so wie sie Elaine Aron gekennzeichnet hat. Aron ist Psychologin, die in den 90ern das Thema Hochsensibilität erforscht und veröffentlicht hat. Nach ihren Forschungen sind 15-20% der Menschen hochsensibel. Das wird mittlerweile allgemeine Anerkannt. Ihre Kriterien sind:

° die gründliche Informationsverarbeitung
° die Übererregbarkeit
° die emotionale Intensität und Empathie
° die sensorische Empfindlichkeit, kann mehr oder weniger alle 5 Sinne betreffen.

Wenn alle 4 Merkmale zutreffen, sprich man von Hochsensibilität.

Aktuell entstehen immer mehr wissenschaftliche Studien. Sie bestätigen die Beschreibung. Dennoch steckt die Beschreibung von Hochsensibilität noch in den Kinderschuhen. Das sollte aber nicht abschrecken, sich mir dem Thema auseinander zu setzen.

Beitrag vom 26. Februar 2019

Drei-Säulen-Modell von Prof. Dr. Margit Schreier

Es soll noch eine Nachlese geben zu dem inspirierenden Vortrag von Frau Prof. Dr. Margrit Schreier, für den wir geworben haben.
„Hochsensibilität – die wissenschaftliche Perspektive und das Drei-Säulen-Konzept: Strategie zur Unterstützung hochsensibler Menschen im Alltag.“

Die intensive Reizaufnahme und-Verarbeitung kennzeichnet ja die Hochsensibilität. Bei allem positiven Erleben wird die Überstimulation häufig als Belastung erlebt. Deshalb geht es bei dem Drei-Säulen-Konzept um kurzfristige, mittelfristige und langfristige Strategien im Umgang mit Reizüberflutung. Kurzfristige Methoden helfen, den akuten Stresslevel zu senken. Mittelfristig empfiehlt es sich, die eigene Resilienz zu stärken, um sich nach Drucksituationen wieder zu regenerieren. Die Arbeit an der Entfaltung und Stärkung des eigenen Potentials ist eine lohnende langfristige Aufgabe, die zu einer verbesserten Work-Life-Balance führt.

Beitrag vom 12. Februar 2019